Sonntag, 12. Oktober 2014

Kommentar: Tanklager-BI



Kommentar des Monats 



An dieser Stellen sollen im Blog jeweils Kommentare zu aktuellen Fragen der Stadtpolitik in Blumenthal und im gesamten Bremer Norden stehen. Dabei kann auf die in anderen Blogartikeln aufgearbeiteten Informationen zurückgegriffen werden, um in der für Blog und Forum bekannten kritisch-konstruktiven Weise Anregungen für die Diskussion zu geben.

Den Anfang soll dabei die Situation des Tanklagers Farge und die zukünftige Arbeit der Bürgerinitiative Tanklager Farge bzw. des Vereins machen. Dafür sprechen einerseits Gründe, die man schon fast historisch nennen kann, da das Blog mit dem Tanklagerskandal entstanden ist und sich bisher insgesamt neun Artikel ausschließlich mit dem Tanklager beschäftigen.

Andererseits sieht sich die Bürgerinitiative gegenwärtig offenbar an einem Wendepunkt, wie man die Kernaussage "Tanklager Farge – endgültig Geschichte!" unschwer interpretieren kann, unter der die 13. Anwohnerversammlung am 7.10.2014 stand. 

Das sollten gewichtige Gründe sein, um sich einmal näher mit möglichen weiteren Aufgaben und erforderlichen neuen Weichenstellungen für die kommenden Jahre zu beschäftigen.



Es gibt noch viel zu tun!




Nachdem der Bund als Eigentümer des Tanklagers Farge offenbar keinen Weiterbetrieb der Anlage als Tanklager anstrebt, ergibt sich für die betroffenen Anwohner eine neue Situation. Sie müssen sich um weitere neue Kontaminationen keine Sorgen mehr machen, aber weiterhin mit den Folgen der Leckagen aus der Vergangenheit leben. Dazu zählen neben den gefährlich hohen Messwerten vor allem für BTEX und MTBE die mehr oder weniger gut nachgewiesenen Auswirkungen auf die Gesundheit, das Trinkwasser und die Immobilienpreise.

Die Erfahrungen mit dem Mess- und Sanierungsprogramm, das unter der Ägide des Bremer Umweltressorts von einem Auftragnehmer seit Juli 2007 Messungen durchführt, hat bisher zu einem unübersichtlichen Bild der Kontamination geführt, da ein Gesamtbild mit wichtigen Parametern der Verschmutzung fehlt.

Gleichzeitig werden andere wichtige Fragestellungen, wie das Krebsrisiko und die Entwicklung der Immobilienpreise nur am Rande behandelt.

Diese Situation ist unbefriedigend, da kaum neue Impulse in die Arbeit eingebracht werden. So fehlen vor allem Beiträge zur Bedeutung von Mikroorganismen für den Abbau der karzinogenen Kohlenwasserstoffe und ein Computermodell, durch das sich zukünftige Entwicklungen simulieren lassen, was für die Sanierungsplanung eine fast unerlässliche Voraussetzung ist.

Eine Möglichkeit um diese Defizite organisatorisch zu schließen ist ein gemeinsamer Tanklagerarbeitskreis, an dem alle Beteiligten und Betroffenen ihre Vorstellungen einbringen können. Das gilt nicht zuletzt für die interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie die Bürgerinitiative, die auf diese Weise das umfassende Fachwissen, das aufgrund der vielfältigen Qualifikationen der Bremerinnen und Bremer zur Verfügung steht, eingebracht werden sollte.

Ein solcher Arbeitskreis, der sich um die Entwicklung der Tanklager-Problematik insgesamt kümmert, kann so für Transparenz und frischen Wind sorgen, der bei dem teilweisen Stillstand dringend erforderlich ist. 
   



                                                         Tanklager Farge


Seit dem Jahreswechsel 2012/3, als die Bürgerinitiative Tanklager Farge gegründet und auch dieses Blog und das begleitende Forum an den Start gingen, hat sich viel geändert. Damals wollte die Mehrheit der Blumenthaler Politiker noch eine Weiterführung des Tanklagers Farge, um Arbeitsplätze zu erhalten, nachdem die Bundeswehr bekannt gegeben hatte, dass sie für diese Einrichtung keine Verwendung mehr hat.

Mit der Stilllegung und der angekündigten Rückgabe der alten Betriebsgenehmigung und st zwar ein wichtiges Teilziel erreicht, da damit die Gefahren durch möglich neue Leckagen beseitigt sind.

Aber die bestehende Kontamination mit allen ihren Folgen lässt sich nicht durch einfache Unterschriften über eine Stilllegung oder die Rückgabe einer Betriebsgenehmigung aus der Welt schaffen. Die Giftstoffe wie BTEX und MTBE sind weiter im Boden und im Grundwasser, sodass ihre Wirkung nur ganz langsam schwindet. Dabei ist mit Fristen von durchaus zwei Jahrzehnten und mehr zu rechnen, wenn man an die Sanierungsabsichten für das Tanklagerareal oder die Latenzzeiten von Krebserkrankungen denkt.

So mag das Tanklager Geschichte sein, wie die Vorsitzende erleichtert erklärt hat, die Folgen der Kontamination sind es jedoch nicht. Damit stellen sich zwangsläufig für die Bürgerinitiative neue Herausforderungen, wenn sie weiterhin die Interessen der geschädigten Anwohner vertreten will, denen ein anderer Weg fehlt, um kompetent und engagiert ihre Interessen in die politischen Prozesse in Blumenthal und Bremen einzubringen. 



Integrierte Problembearbeitung



Nach inzwischen fast zwei Jahren Erfahrung mit der Arbeitsweise der Behörden in Bremen und beim Eigentümer des Tanklagers, dem Bund, der konkret durch verschiedene Ämter seine Rechte wahrnimmt, lassen ich deutliche Schwachstellen in der Problembearbeitung erkennen.

Die Auswertungen und Entscheidungen über die Kontrolle und die Sanierung der Kontaminationen werden an verschiedenen Stellen getroffen, sodass keine umfassende Problemsicht ensteht. So werden von dem Ingenieurunternehmen HPC AG auf dem Tanklagerareal und in seiner Umgebung Messungen durchgeführt, die ein Gutachter in Sachstandsberichten behandelt. Der Geschäftsbereich Bundesbau der Bremer Senatorin für Finanzen hat im Auftrag des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen des Bundeswehr einn Projektübersichtsplan zu den vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen erstellt. Zudem wurden vom Bremer Krebsregister kleinräumige Auswertungen für den Raum Farge/ Rönnebeck vorgenommen und hat es sogar eine allerdings recht oberflächliche Beschreibung der Situation des Immobilienmarktes in der Umgebung des Tanklagers durch den 
Gutachterausschuss für Grundstückswerte gegeben.

Von einer gegenseitigen Abstimmung und Transparenz der Entscheidungen, die auch die betroffenen Anwohner und die interessierten Bürger nachvollziehen können, kann dabei keine Rede sein. Manches wie die Krebsuntersuchungen wurden offenbar ohne konkrete und präzise Fragestellung durch den Blumenthaler Ortsamtsleiter gewünscht, während über die teuren und für die Sanierung wichtigen Arbeiten von HPC hinter verschlossenen Behördentüren beim Eigentümer und dem Umweltsenator entschieden wird, ohne dass man die Gründe kennenlernt. 

Das sind Weichenstellungen, die einer öffentlichen Überprüfung entzogen sind, ohne dass sich das, wie hier an Beispielen gezeigt werden soll, fachlich rechtfertigen lässt. Hier wird vielmehr von Behörden, die vom Steuerzahler finanziert werden und die in einer Demokratie seine Interessen umsetzen sollen, so verfahren, also ob es sich beim Tanklager Farge um das Privatgrundstück eines öffentlichkeitsscheuen Patriarchen handeln würde.



Ergänzte Krebsstudie  


Ein Fragment dieser Teildarstellungen der Tanklagerproblematik sind die Krebsanalysen durch das Bremer Krebsregister, die kaum auf die Anregungen und Kritik der Blumenthaler Bürger eingehen. Es kann daher sogar befürchtet werden, dass bei den Auswertungen Vorentscheidungen getroffen werden, durch die die Wahrscheinlichkeit für nicht signifikant erhöhte Krebsrisiken als Ergebnis steigt.


So haben die Autorinnen in ihrer dritten (1) kleinräumigen Studie zum Krebsrisiko im Bereich des Tanklagers Farge vom April 2014 ohne eine Begründung den Untersuchungszeitraum auf die Jahre 2005 bis 2010 reduzert. Damit bleiben die in der ersten Untersuchung vom März 2013 betrachteten fünf Jahre 2000, 2001, 2002, 2003 und 2004 unberücksichtigt. Auf diese Weise verringert sich die Fallzahl, obwohl es keinen sachlichen Grund für einen Ausschluss dieser Jahre gibt, da vor allem aufgrund der langen Latenzzeiten bei Krebserkrankungen keine Änderungen bei möglichen Expositionen durch das Tanklager Farge eingetreten sind. 


Dieser Ausschluss hat daher nur einen Effekt: er senkt die Zahl der betrachteten Fälle und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit, dass ein möglicherweise erhöhtes Krebsrisiko nicht als signifikant nachgewiesen wird. Mit diesem methodischen Griff wird also nicht für mehr Sicherheit bei der Einschätzung des Krebsrisikos gesorgt, sondern wird vielmehr durch die willkürliche Entscheidung der Wissenschaftlerinnen bereits die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht, dass eine deutliche Abweichung vom Durchschnitt als statistisch nicht signifikant ausgewiesen wird.

Während diese Vorentscheidung für die gesamte anschließende Auswertung kaum seriös zu nennen ist, wurden andere wichtige Auswertungsgesichtspunkte nicht berücksichtigt.

Das gilt einerseits für eine Differenzierung der Krebserkrankungen nach dem Geschlecht. Wie die aktuell veröffentlichten Daten einer Studie über die Gemeinde Bothel (Kreis Rotenburg) zeigen, besteht dort bei Krebserkrankungen, die mit Benzol, also aromatischen Kohlenwasserstoffen, zu denen auch BTEX gehört, in Verbindung gebracht werden, ein deutliches geschlechtspefisches Risiko, das allerdings bisher noch nicht erklärt werden konnte. Nachgewiesen ist jedoch für Leukämien und Lymphome ein bei Männern um 93% erhöhtes Erkrankungsrisiko, während der entsprechende Wert bei Frauen sogar 11% unter dem der Vergleichsregion, dem alten Regierungsbezirk Lüneburg, liegt.

Aufgrund dieses Befundes sollte auch für Farge und Rönnebeck eine entsprechende geschlechtsspezifische Auswertung erfolgen, um sicherzugehen, dass nicht auch hier ein hochsignfikant erhöhtes Risiko für Männer besteht.

Ebenfalls geht die letzte Bremer Studie nicht auf eine statistisch errechnete Leukämieanomalie im Ortsteil Rönnebeck ein. Hier besteht, wenn man die vom Krebsregister in seinen Studien für Farge und Rönnebeck insgesamt und nur für Farge veröffentlichten Daten weiter auswertet, ein deutlich erhöhtes Risiko für Leukämien und Lymphome in Rönnebeck. Hierzu wurde bereits in einem Bürgerantrag eine Sonderauswertung vorgeschlagen, wie sie in Bothel das Gesundheitsamt und das niedersächsische Krebsregister von sich aus durchführen wollen. Danach müssten die Krankheitsfälle nach den jeweiligen Lokalisationen aufgeschlüsselt und die letzten Wohnorte in Rönnebeck kartographisch erfasst werden, sodass sich erste Hinweise auf mögliche Expositionen ergeben, da wegen der Grundwasserwarnungen des Umweltamtes vor allem Gefahren durch das belastetet Grundwasser in Farge gesehen werden mussten. 


Aufgrund der überraschenden Ergebnisse in Bothel müsste auch hier nach dem Geschlecht differenziert ausgewertet werden, um mögliche Ursachen stärker eingrenzen zu können.

Eine rasche Ergänzung der letzten Krebsstudie des Krebsregisters, die diese offenen Fragen aufnimmt, sollte daher auf einer aktuellen Agenda zum Problemfall Tanklager Farge stehen. Davon ist zumindest kurzfristig mehr zu erwarten als von einem „Forschungsauftrag“, den der Blumenthaler Beirat am 28. 4. 2014 beschlossen hat, ohne dabei konkrete Forschungsfragen zu formulieren. So hat es hier offenbar noch keine weiteren Schritte gegeben, da sich niemand um den Fortgang des Antrags kümmert, der so in Vergessenheit zu geraten droht. 



Erfassung der Vermögensschäden  



Neben den möglichen gesundheitlichen Belastungen, für die Krebserkrankungen nur ein Teilbereich sind, stellt der Verfall der Immobilienpreise im Bereich des Tanklagers der zweite große Bereich dar, in dem die Anwohner durch die Kontaminationen geschädigt werden.


In diesem Fall sind die Auswirkungen sogar leichter nachweisbar als beim Krebsrisiko, da es harte Aussagen von Maklern gibt, die aus ihren Gesprächen mit ihren Klienten wissen, dass die Nähe des Tanklagers der Grund ist, der von einem Immobilienkauf in Frage und Rönnebeck abhält. Hier muss man also nicht lange darüber philosophieren, ob statistische Abweichungen wie beim Krebsrisiko ursächlich mit dem Tanklager in Verbindung stehen oder nicht. Die potenziellen Käufer nennen selbst ihre Motive. Damit lassen sich diese Ursachen nicht als statistische Fehler hinwegdiskutieren. 

Was aus der Sicht der Makler, die in einem ständigen Kontakt mit Käufern und Verkäufern stehen, so eindeutig ist, wurde bisher von offiziellen Stellen Bremens nicht bestätigt. Zwar gab es mehrere Vorstöße von Bürgern und Fraktionen, die Antworten der Behörden waren dabei zwar nicht völlig identisch, jedoch in allen Fällen wenig informativ, sodass von einer sorgfältigen Ermittlung der Preise und der Abhängigkeit vom Tanklagerskandal keine Rede sein kann.

Während eine Bürgerin, die sich durch einen Anfang Februar 2013 im Blumenthaler Beirat gestellten Bürgerantrag über die Immobilienpreise informieren wollte, bis heute keine Antwort erhalten hat, durften die Fraktionen der Bürgerschaft mit etwas mehr Arbeitseinsatz der Verwaltung rechnen. Allerdings gab es auch hier eine weitere deutliche Abstufung.

So erhielt die CDU-Fraktion auf eine Kleine Anfrage, die offenbar nicht präzise genug formuliert war, im Januar 2013 die Antwort, dass der Entwicklung der Immobilienpreise "nicht nachgegangen" wurde und dass keine "Grundlage für einen Anspruch gegenüber der Stadtgemeinde Bremen" bestehe. Es wurden dabei nicht einmal die Voraussetzungen für die zweite Feststellung genannt, denn bei einem fahrlässigen Verhalten von Bremer Aufsichtsbehörden könnte sich vermutlich eine andere rechtliche Beurteilung ergeben.

Ein paar zusätzliche Detail wurden in der Sitzung der Umweltdepuation am 24.4.2014 auf eine Anfrage von zwei SPD-Abgeordneten mitgeteilt. Danach lässt sich "ein sinkender Wiederverkaufswert von Immobilien in den betroffenen Quartieren in Bremen-Blumenthal als Folge der Kontaminierung der Umgebung des Tanklagers Farge ... aufgrund geringer Fallzahlen vom Gutachterausschuss nicht bestätigen".

Grundlage dieses Urteils war ein Verkehrswertgutachten für eine Immobilie im Bereich des Verladebahnhofs II, das der Gutachterausschuss für Grundstückswerte Anfang 2013, also kurz nachdem der Tanklagerskandal publik geworden war, erstellt hatte. Dazu hatte man "Kauffälle aus dem betroffenen Gebiet und vergleichbare Kauffälle von außerhalb" untersucht. 

Als Ergebnis wurde dabei zwar für die vom Tanklager weiter entfernten Immobilien "ein etwas höherer Mittelwert (Kaufpreis/m² Wohnfläche) ermittelt", dessen Höhe jedoch nicht mitgeteilt wird. Ähnlich zurückhaltend sind die Aussagen zur Verursachung dieser Wertdiffenzen, wenn man konstatiert, dass "der Gutachterausschuss nicht gesichert feststellen konnte", ob dieser Preisunterschied  .. auf die Grundwasserproblematik zurückzuführen ist.." Daher ist für die Umweltbehörde "eine belastbare Aussage bezüglich des Einflusses des Tanklagers auf die Immobilienpreise ... zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich."

Ergänzend wird noch angefügt, dass nach der Einschätzung der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses vor allem die Eigenarten der Einzelobjekte und eine "konjunkturell rückläufige Entwicklung in Farge" "kaufpreisprägend" seien. Dabei bleibt völlig offen, was mit dieser sonst völlig unbekannten kleinräumigen Sonderkonjunktur eines Ortsteils gemeint sein kann. Hier müsste es fast zwangsläufig der Tanklagereffekt sein, zumal keine andere örtliche Entwicklung benannt wird.

Auch über mögliche Entschädigungen wurden für die Umweltdepuatation Auskünfte eingeholt, nachdem man sich zuvor mit dieser Frage nicht beschäftigen wollte, da sie Bremen nicht betrifft. Danach sind der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) keine vergleichbaren Fälle bekannt, in denen ein Wertverlust von Grundstücken aufgrund der Nähe zu problematischen öffentlichen Immobilien durch Entschädigungszahlung kompensiert worden wäre. Zudem sieht man kaum Einflussmöglichkeiten Bremens, um den Bund zu Entschädigungszahlungen zu bewegen.

Damit liegen zu der wichtigen Frage der Immobilienpreise nur Einschätzungen vor, die von der Bremer Verwaltung selbst als unzureichend bewertet werden. Als Résumé kann man dabei feststellen, dass sich auch nach den sehr zurückhaltende Urteil des Gutachterausschusses ein negativer Preiseffekt durch den Tanklagerskandal nicht leugnen lässt.

Damit jedoch eine Immoblienpreisanalyse wirklich einen informativen Wert erhält, darf sie sich nicht ausschließlich auf die wenigen tatsächlichen Grundstückstransaktionen in einem ausgetrockneten Markt beziehen. Sie muss auch die Angebote und die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt im Bereich des Tanklagers einbeziehen, wie sie sich auf Immobilienportalen im Internet und in klassischen Anzeigen finden sowie das Wissen der Makler über die Motive ihrer Kunden einbeziehen.


Auch dieser Teilbereich einer Schädigung der Anwohner verlangt daher neben den gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine sorgfältige transparente Auswertung, die öffentlich nachvollziehbar und überprüfbar ist. 


Diese Forderung verliert auch nicht daduch an Gewischt, wenn ein vergleichbarer Schaden bisher noch vor keinem deutschen Gericht durchgesetzt werden konnte; denn die Haftung des Eigentümers sollte in diesem Fall unbestritten sein.

Entscheidend ist daher vor allem die Frage, ob der Schaden praktisch durch eine erfolgreiche Sanierung bereits aufgehoben wird, indem dann der alte Zustand vor der Kontamination wiederhergestellt ist.


Eine solche Form der "Entschädigung" ist eine sehr formale und abstrakte Argumentation, die an der Lebenswirklichkeit der konkreten Anwohner des Tanklagers vorbeigeht. Der entscheidende Punkt ist hier der Zeitraum für die geplante Sanierung. Hier wird im Projektübersichtsplan das Jahr 2046 genannt.

Das ist ein Zeitraum im Leben der vor allem älteren Anwohner, der eine Wiederherstellung der Immobilienbewertung ohne Kontaminationseffekt durch die Sanierung als irrelevant erscheinen lässt; denn Immobilieneigentümer
, die in der Zwischenzeit eine altengerechte Wohnung benötigen und daher ihre Immobilie in der Nähe des Tanklagers verkaufen wollen, um eine für ihre Lebensphase geeignetere etwa in einem Quartier mit einem besseren Infrastrukturangebot tauschen wollen, leiden unter dem aktuellen Preisverfall und haben nichts von einer späteren Kompensation.

Diese Problematik müsste aufgearbeitet werden, sodass sich in Verbindung mit einer Immobilienpreisanalyse die Schäden quantifzieren lassen. Das wäre dann eine wichtige Grundlage für Verhandlungen mit dem haftenden Grundstückseigentümer.


Gesamtbild durch Computermodell



Nach einer „Einarbeitungsphase“ von zwei Jahren zwischen Juni 2010 und Juni 2012, die die nach eier Selbszuknft auf ihrer Webseite versierte internationale Beratungsfirma HPC benötigt hat, um zu erkennen, dass sich die extrem volatilen Messwerte bestenfalls dann sinnvoll auswerten lassen, wenn man in regelmäßigen Abständen Messungen durchführt. Das wird inzwischen berücksichtigt. Nur hat man es bisher versäumt, diese unübersichtlichen Daten zu einem Gesamtbild zusammenzufügen, das sich als Grundlage der Sanierungsplanung verwenden lässt. Hier scheinen sich die unabhängigen Bearbeitungsstränge von HPC und Bundesbau organisatorisch negativ auszuwirken.


Hinzu kommt, dass die Entwicklung eines Computermodells für die Kontamination im Tanklager und in seiner Umgebung fehlt, das sowohl eine Schätzung der Schadstoffmenge vornimmt, die sich gegenwärtig im Boden und Grundwasser befindet, als auch mithilfe von gemessenen und geschätzten Parameter über den natürlichen Abbau der karzinogenen Kohlenwasserstoffe, die Fließrichtung und -geschwindigkeit sowie die Menge der abgeschöpften Leichtphase dynamisiert wird. Auf diese Weise wären Projektionen der Entwicklung in den nächsten Jahren möglich, in die praktisch alle vorhandenen Messergebnisse eingegangen sind. Man wäre dann also nicht wie bisher auf subjektive Einschätzungen angewiesen.

Den Bedarf an derartigen Schätzwerten macht der Projektübersichtsplan mehrfach deutlich, wenn im Bericht darauf verwiesen wird, dass die vorgesehenen Maßnahmen "nur überschlägig abschätzbar" ist. Grundlagen, auf die sich die Annahmen und Erwartungen für die Sanierung stützen,  werden hingegen nicht genannt. So stehen Messergebnisse, die man weiterhin in halbjährlichen Sachstandberichten darstellen will, und Sanierungsmaßnahmen nebeneinander, die offenbar unabhängig von dem kaum bekannten Gesamtbild der Kontamination am Grünen Tisch konzipiert wurden.

Diese Absicht spricht für denn Wagemut der Beteiligten, da sie eine
Schadstoffmenge beseitigen wollen, deren Größe sie gar nicht kennen. Ja, sie wollen sogar einen Zeitraum bestimmen, in dem man diese unbekannte Menge entfernen kann. Dabei legt es der gesunde Menschenverstand nahe, dass sich das nur berechnen lässt, wenn sowohl die Gesamtmenge als auch die Menge bekannt sind, die sich beispielsweise in einem Jahr beseitigen lässt.


Diese deutlich erkennbaren Informationsdefizite ließen sich leicht durch eine engere Verzahnung der Messprogramme mit der Sanierungsplanung schließen, indem ein Gesamtmodell für die Kontaminationen im Tanklager als Arbeitsgrundlage erarbeitet würde


Natürliche Regeneration durch Mikroorganismen



In der bisherigen Diskussion um die Boden- und Grundwasserkontamination durch das Tanklager Farge wurde ein Aspekt bestenfalls am Rande gestreift, der in der Praxis bei der Beseitigung der Folgen von Ölkatastrophen eine gewichtige Rolle spielt. Wenn beispielsweise häufig zunächst eine Ölpest die Natur über Jahrzehnte zu schädigen droht, scheint in zahlreichen Fällen bereits nach relativ kurzer Zeit das Öl wieder verschwunden zu sein. Für diesen fast an ein Wunder grenzenden Reinigungseffekt werden Mikroorganismen, die sogenannten hydrocarbonoklastischen Bakterien,verantwortlich gemacht, die vor allem im Meer Kohlenwasserstoffe gründlich abbauen können.


Im Hinblick auf die Sanierung das Tanklagers verdienen diese Mikroorganismen unter zwei Gesichtspunkten eine besondere Beachtung. Zum einen könnte man vermuten, dass es einen deutlichen Abbau der Schadstoffmenge an Kohlenwasserstoffen gegeben hätte, wenn die Kontamination tatsächlich bereits im Jahr 1945 eingetreten sein sollte. Zumindest hätte man dann eine schrumpfende Kontaminationsfahne zu erwarten, aber keine stetige Ausdehnung, die inzwischen sogar die Grenzen des Tanklagers überschritten hat.

Zum andren konnte in einer Reihe von Untersuchungen nachgewiesen werden, dass sich der Abbau der Kohlenwasserstoffe durch eine besondere "Zusatzernährung" der Mikroben beschleunigen lässt. Hierzu zählen häufig Sauerstoff, Phosphor und Stickstoff.

Zumindest sollten diese Möglichkeiten für das Tanklager sorgfältig geprüft werden. Dazu dürfte der Rückgriff auf entsprechende mikrobiologische Kompetenzen erforderlich sein, die offensichtlich bisher keine Rolle gespielt haben.



Gemeinsamer Tanklager-Arbeitskreis 



Bisher dürfen die Betroffenen des Tanklagerskandals nur aus teilweise schwer lesbaren Sachstandsberichten erfahren, wie sich die Kontaminationsfahne auf dem Areal des Tanklages und in seiner Umgebung entwickelt.

Mit diesen Berichten wurde die HPC AG durch den Eigentümer des Grundstücks, den Bundesbau bei Immobilien Bremen AÖR, beauftragt. Grundlage dafür ist eine Sanierung des Grundwassers, die der Bremer Umweltsenator am 29.3.2010 angeordnet hat und die von der HPC fachgutachterlich begleitet wird.

Damit entscheiden jetzt der Eigentümer und der Umweltsenator über die Vorgehensweise, wobei sie die Hinweise des Gutachters vermutlch berücksichtigen. Das ist ein Verfahren, das nicht unbedingt unüblich ist. Es ist allerdings auch nicht notwendig und sogar im hier vorliegenden Fall nachteilig.


Wie die Behörden eine Datenauswertung auch erheblich bürgerfreundlicher und transparenter organisieren können, zeigt die Analyse des niedersächsischen Krebsregisters für die Gemeinde Bothel im Kreis Rotenburg. Hier haben sich nicht die Leiter von Behörden, die häufig keine Fachleute für die konkreten Fragestellungen sind, zusammengesetzt, um zu bestimmen, was wie ausgewertet wird. Vielmehr wurde hier für diesen Zweck eine Arbeitsgruppe gebildet, in der auch Vertreter von Bürgerinitiativen mitarbeiten konnten. Das hat zu einer Auswertung geführt, die für alle Seiten nachvollziehbar war und als korrekt anerkannt wurde.

Davon sind die Entschediungen über die Kontaminationsmessungen im Tanklager und in seiner Umgebung weit entfernt. Hier dürfen die Betroffenen nur lesen, welche Messungen die Behörden für richtig gehalten haben.

Dabei ist keineswegs gewährleistet, dass die Behörden und die anderen beteiligten Organisationen nur rein fachlichen Argumenten folgen und nicht auch gewisse Eigeninteressen vertreten. Das wird deutlich, wenn man die Vorgehensweise in den Sachstandsberichten betrachtet. Hier werden übliche Standards über Bord geworfen, wenn Messwerte, die die Umweltbehörde in der Antwort auf einen Bürgerantrag als falsch bezeichnet hat, weiterhin kommentarlos wie alle anderen Daten in einer Tabelle erscheinen. Leser, die die Antwort auf den Bürgerantrag nicht kennen – und das dürften fast alle sein – werden hier eindeutig irregeführt. 


Eine Gesellschaft, die entsprechend ihren Referenzen nicht erstmals Kontaminationen misst, hat erst mehrere Jahre benötigt, um ein Messkonzept zu entwickeln, das den im Jahresverlauf sehr volatilen Messdaten Rechnung trägt. Hier hätte man erwarten müssen, dass es dieses Konzept von Anfang an gegeben hätte, da so die Messwerte der ersten Jahre nur sehr bedingt auswertbar sind.

Ohnehin scheint man mit der Auswertung der volatilen Messdaten erhebliche Schwierigkeiten zu haben. So werden keine statistischen Mittelwerte gebildet, um trotz der Schwankungen relativ objektive Tendenzen abzuleiten. Stattdessen behilft man sich mit subjektiven Eindrücken bei der Identifikation von Tendenzen. Wenn hier möglicherweise einzelne Mitarbeitern wichtige Grundlagen der deskriptiven Statistik nicht kennen, hätte man hier zumindest eine Korrektur im Laufe der Zeit und durch die zahlreichen Stellen erwarten müssen, die sich jeweils mit den Sachstandsberichten beschäftigen, bevor sie veröffentlicht werden. Das war jedoch bis heute nicht der Fall.

Stattdessen werden weiterhin Messungen durchgeführt, die man praktisch kaum ausgewertet. Diese Messungen scheinen damit zu einem teuren und weitestgehend überflüssigen Datenfriedhof zu werden. Die Vielzahl der Messungen kann dabei dafür sorgen, dass sich jeder einzelne Daten heraussucht, zumal an keiner Stelle betont wird, dass aufgrund der Rahmenbedingungen bei den volatilen Messwerten nur Mittelwerte überhaupt einen Aussagewert besitzen.

So erhält HPC weiterhin seine Messaufträge und die Behörden können den einen oder anderen Messwert fnden, der ihre Sanierungsleistung belegen soll. Man hat sich also mit diesem Verfahren gut eingerichtet.

Nur wird die Vorgehensweise dadurch nicht besser. Hier könnte eine Beteiligung der Betroffenen für Abhilfe sorgen, die ihe eigenen Interessen einbringen. Und nicht nur das. Im konkreten Fall können sie auch dafür sorgen, dass endlich korrekte Messergebnisse ausgewiesen und statistisch adäquat ausgewertet werden.



Von der kritischen Analyse zum Vorschlag


Eine einheitliche Behandlung aller Problemaspekte des Tanklagers Farge, die in einem transparent und offen arbeitenden Gremium erfolgt, hat damit große Vorteile gegenüber der bisherigen fragmentierten Sichtweise einzelner Bremer Behörden. Sie kann die Qualität der Analysen verbessern, die Überzeugungskraft der gefundenen Ergebnisse erhöhen und für die Prüfung von neuen Anregungen und innovativem Wissens sorgen, was allein von Behörden aufgrund ihrer häufig kritisierten intellektuellen Inzucht nicht immer zu erwarten ist.


Aufgrund der vorhandenen Unzulänglichkeiten bei der bisherigen Organisation wird daher hier ein Tanklager-Arbeitskreis vorgeschlagen, in dem a) alle Aspekte der Tanklagerkontaminationen behandelt werden und b) neben den bereits jetzt beteiligen Behörden auch unabhängige Fachleute etwa zu Fragen der Mikroorganismen  und sachkundige Bürgerinnen und Bürger mitarbeiten. Dieses Gremium würde damit beim Monitoring der vorhandenen Belastungen und der Sanierungsplanung die ausschließliche Kontrolle durch den Eigentümer und die Bremer Umweltbehörde ersetzen.

Vorteile sind vor allem die stärkere Fokussierung auf die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen und Vermögensschäden der Anwohner, die bisher nur unzureichend im Fokus stehen. Auch ist mit ergänzenden Ansätzen zu erwarten, die vor allem die Sanierungsplanung erleichtern. Das können beispielsweise die Erstellung eines Simulationsmodells für die Kontamination und eine eingehende Analyse der Wirkung von Mikroorganismen beim Abbau der giftigen Kohlenwasserstoffe sein. Nicht zuletzt kann auf diese Weise sogar die Abstimmung zwischen dem Messprogramm und der Sanierungsplanung verbessert werden, für die bisher verschiedene Behörden und Auftragnehmer zuständig sind.

Eine Realisierung dieses Vorschlags dürfte den Einsatz von Politikern und der Bürgerinitiative Tanklager Farge erfordern, da nicht erwartet werden kann, dass der Eigentümer und die Kontrollbehörden völlig freiwillig auf ihre Monopolstellung bei der Entscheidungsvorbereitung verzichten.

Da man bei der Durchsetzung neuer Ansätze nicht unbedingt auf die Innovationsfreudigkeit von Verwaltungsstrukturen setzen kann, wären hier die Bremer Politiker und vor allem die Bürgerinitiative Tanklager Farge als wirksame Interessenvertretung der betroffenen Bürger zum Handeln aufgerufen. Sie können für eine umfassende Sicht der Probleme des Tanklagers und eine sorgen.

Eine kritische und konstrukive Mitarbeit in einem Tanklagerarbeitskreis, der über alle Fragen behandelt und Empfehlungen erarbeitet, ist damit eine wichtige neue Aufgabe. Es gilt daher, einen entsprechende Arbeitskreis zu fordern, ihn durchzuseten und in ihm die Weichen so zu stellen, dass die Ressourcen an Zeit und Geld im Interesse der betroffenen Anwohner eingesetzt werden.


























 Anmerkungen:
1) Offiziell wird die "Stellungnahme zur Beiratssitzung beim Ortsamt Blumenthal am 19.06.2013 bzgl. der „Kleinräumigen Analyse zur Krebsinzidenz in der Region um das Tanklager Farge“nicht mitgezhlt, obwohl sie die h Dten über farge enthlt.

Montag, 25. August 2014

Einblicke: Sonder- ausgabe 2








E I N B L I C K E

S O N D E R A U S G A B E  Nr. 2
 


anlässlich unserer Ausstellung




Die Bremer Woll-Kämmerei in der Zeit des Nationalsozialismus




Schirmherr: Bürgermeister und Präsident des Senats, Herr Jens Böhrnsen




Di., Do. und Sa. von 14 bis 18 Uhr in der ehemaligen Bibliothek von Bremen-Blumenthal, Landrat-Christians-Str. 109; Eintritt ist frei!




Liebe Mitglieder und Interessierte,

unsere letzte Ausstellungswoche ist angebrochen. Wer sie jetzt noch nicht gesehen hat, für den wird es langsam Zeit.


Vier hochinteressante Vorträge stehen noch auf dem Programm:



1. Montag, 25.8. um 18.00 Uhr

Referent: Prof. Dr. Schminck-Gustavus, pensionierter Professor für Rechts- und Sozialgeschichte an der Universität Bremen

Thema: Hungern für Hitler – Polnische Zwangsarbeiter in Blumenthal 1940 bis 1945

In der Bremer Wollkämmerei haben polnische Wanderarbeiter schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg gearbeitet. Seit der Eroberung und Besetzung Polens durch die deutsche Wehrmacht begann dann aber eine Massendeportation polnischer Arbeitskräfte ins Nazi-Reich. Selbst Jugendliche und Kinder wurden aus ihrer Heimat verschleppt und im Reich als Zwangsarbeiter eingesetzt.

Christoph Schminck-Gustavus hat in den 80er Jahren ehemalige polnische Zwangsarbeiter in ihrer Heimat besucht und ihre Erinnerungen aufgezeichnet. In einem Lichtbilder-Vortrag wird er über ihre Schicksale berichten.




2. Dienstag, 26.8. um 19.00 Uhr

Referentin: Wiltrud Ahlers, Friedensschule Bremen

Thema: Stolpersteine in Bremen-Blumenthal mit anschl. Stadtrundgang


In Blumenthal erinnern 26 kleine Messingtafeln, die in den Gehweg eingelassen wurden, an Menschen, die durch die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten ums Leben gekommen sind. Diese "Stolpersteine" sollen dazu auffordern, innezuhalten und sich daran zu erinnern, dass hier Menschen und ganze Familien gelebt haben, die ausgegrenzt, verfolgt, gedemütigt und schließlich grausam ermordet wurden. Sie wurden Opfer des Terrors, weil sie einen anderen Glauben
hatten, eine andere Meinung vertraten, einer anderen Rasse angehörten oder behindert waren. Die Aktion Stolpersteine, ein Projekt von Gunther Demnig, ist ein Versuch, den betroffenen Opfern ihre Geschichte zurückzugeben.




Donnerstag, 28.8. um 19.00 Uhr 


Referent: Dr. Heinz-Gerd Hofschen, Historiker und langjährige Leiter der Abteilung Stadtgeschichte im Focke-Museum

Thema: Erinnerungskultur – warum und zu welchem Zweck


Betrachtet man die Vielzahl historischer Ausstellungen und die Fernsehprogramme, die täglich geschichtliche Themen behandeln, wobei die Nazi-Zeit in geradezu unendlicher Form thematisiert wird, fragt man sich, welche Art von Erinnerungskultur dies ist und wozu sie dient. Wir brauchen, so die These, ein aktives Geschichtsbewusstsein, das uns fähig macht, aus den Erfahrungen der Vergangenheit die Zukunft zu gestalten. Wie so etwas aussehen kann, soll an diesem Abend diskutiert werden.




Freitag, 29.8. um 19.00 Uhr


Referent: Dr. Rolf-Dieter von Bargen,
1. Vorsitzende des "Dokumentations- und Gedenkstätte Geschichtslehrpfad Lagerstr./U-Boot-Bunker Valentin e.V."; kurz: Verein Geschichtslehrpfad Lagerstr.


Thema: Vom Runden Tisch ´Geschichtslehrpfad Lagerstr.` zum Denkort Bunker Valentin

Ende der 90er Jahre wurde in Bremen-Farge ein Runder Tisch ins Leben gerufen, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die verschiedenen, in der Erinnerungsarbeit wirkenden Akteure, Institutionen und Verantwortlichen mit dem Ziel zusammenzuführen, die Vision einer Gedenkstätte zu entwickeln. Aus diesem Runden Tisch heraus entstand vor 15 Jahren der Verein Geschichtslehrpfad Lagerstraße, der durch die Einrichtung eines Geschichtslehrpfades, seine Ausstellungen und die enge Kooperation mit politischen Entscheidungsträgern sowie behördlichen Einrichtungen einen wichtigen Beitrag zum Entstehen des Denkortes Bunker Valentin geleistet hat. Der Abend soll dazu dienen, diese Entwicklung anhand der Chronologie der Jahre 1998 bis 2014 zu dokumentieren und damit zu zeigen, wie aus Visionen das große Projekt "Denkort Bunker Valentin" entstehen konnte.



Detlef Gorn, 1. Vorsitzender






                               Referent Olaf Rehnisch berichtete am 19.8. über den Bau des Tanklagers Farge




Dienstag, 5. August 2014

Einblicke: Sonder-ausgabe 1







E I N B L I C K E

S O N D E R A U S G A B E


anlässlich unserer Ausstellung im August 2014


Die Bremer Woll-Kämmerei in der Zeit des Nationalsozialismus



Schirmherr: Bürgermeister und Präsident des Senats, Herr Jens Böhrnsen




Liebe Mitglieder und Interessierte,

kein geringerer als unser Bürgermeister und Präsident des Bremer Senats, Herr Jens Böhrnsen, hat die Schirmherrschaft für unsere Ausstellung übernommen! 


Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft, Herr Christian Weber, wird am Eröffnungstag am 5.8.2014 Grußworte an unsere geladenen Gäste richten. Die Ausstellung hat bereits jetzt die Medien und Öffentlichkeit erreicht. Wir, vom Vorstand des FV, würden uns sehr freuen, wenn Sie ebenfalls in den kommenden Tagen einmal einen Blick in die Ausstellung werfen und uns Ihre Eindrücke mitteilen. Vereinsarbeit ist Teamarbeit. Das Team *) hat in den letzten Tagen und Wochen super Arbeit geleistet – oft auch im Verborgenen; wir alle sind ihm zu Dank verpflichtet.

Überzeugen Sie sich davon . . . !

*) Gaby Schüssler, Detlef Adamus, Uwe Böhnisch, Alfred Mühlberger, Peter Wieczorek, Axel Kaufmann, Egbert Baudis, Ralf Ratjen und Dr. Reinhard Landwehr. Während der Ausstellung: Helmut Prigge.

Detlef Gorn, 1. Vorsitzender



Ausstellungskonzept „Die Bremer Woll-Kämmerei in der Zeit des Nationalsozialismus“


Am 1. November 2014 jährt sich zum 75sten Mal der Tag, an dem das vormals preußische Blumenthal nach Bremen eingegliedert wurde.

In diese Zeit fällt auch ein düsteres Kapitel der deutschen Geschichte: Die Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945.

Der Bunkerbau in Farge und die Bahrsplate in Blumenthal stehen für diese Zeit; heute weithin sichtbar als Mahnmal. Die Nordbremer Industrieunternehmen Bremer Wollkämmerei (BWK) und Bremer Vulkan (BV) waren dem System "zwangsverbunden"; ebenso wenig konnten sich seine Bewohner dem nationalsozialistischen Gedankengut entziehen. Der Bau des Tanklagers im sogenannten „Wifo-Wald“ und die Lagerstätten sind weitere Zeitzeugnisse der NS-Zeit.

Diese Zeit hat Blumenthal bekanntlich sehr stark geprägt, war doch die BWK der größte und wichtigste Industriebetrieb in dieser Region.

Aus dieser Zeit besitzt der Förderverein umfangreiches historisches Bildmaterial!

Ziel der Ausstellung

Wir wollen der Bevölkerung unseres Stadtteils und den Interessierten das umfangreiche BWK-Bildmaterial aus der NS-Zeit präsentieren. Die Ausstellung soll das Leben der Menschen auf der BWK zur damaligen Zeit widerspiegeln. Darüber hinaus sollen weitere Institutionen, die sich mit dieser Zeit beschäftigen, unsere Ausstellung ergänzen und bereichern, so dass sich jeder Besucher ein umfassendes Bild von den Geschehnissen in und um Bremen-Blumenthal herum machen kann.

Die Aufbereitung zählt bekanntlich zur sogenannten „Erinnerungskultur“.

Die Bürgerinnen und Bürger haben in der Ausstellungszeit die Möglichkeit, ihre Fotos von dem FV Kämmereimuseum scannen und bearbeiten zu lassen. Der FV Kämmereimuseum erhofft sich dadurch weiteres interessantes Bildmaterial und Zeitzeugengespräche für unsere Dokumentation „Dem Werk ein Denkmal setzen“.


Ausstellungsort


Gebäude der ehemaligen Bibliothek in Blumenthal (rechts vom Rathaus): Ein Ort der Begegnungen (s. Beitrag „Eröffnungsrede des Vorsitzenden“)

Ansprechende großzügige Räumlichkeit! Wir sind im Monat August Mieter und Gäste in der Dependance von Ulla Deetz und Peter KF Krueger, die uns freundlicherweise ihr wunderschönes großräumiges Arbeitsatelier in ihrer Urlaubszeit zur freien Verfügung gestellt haben.

Ausstellungszeit

7. bis 30. August 2014 jeweils am Dienstag, Donnerstag und Samstag von 14 bis 18 Uhr.

Detlef Gorn, 1. Vorsitzender



Ausstellungsschwerpunkte und Vortragsreihe anlässlich der Ausstellung
„Die BWK in der Zeit des Nationalsozialismus“


Schirmherr: Präsident des Senats, Herr Jens Böhrnsen




A. Ausstellungsschwerpunkte des Bildmaterials (über 140 Fotos!)


Einbindung eines Industrieunternehmens in die NS-Ideologie


1. Ertüchtigung durch Werksport

2. Arbeitseinsatz der Ostarbeiter/Fremdarbeiter

3. Werkluftschutz/Pläne

4. Weihnachtsfeiern/Geschenkefertigung

5. Parteibüro - Verbindung zur BWK

6. Bombenschäden

7. Blumenthaler Bürger erinnern sich


Öffnungszeiten:


Jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von 14 bis 18 Uhr (freier Eintritt!)

Landrat-Christians-Str. 109 (alte Bibliothek, rechts vom Rathaus)


Beginn: Donnerstag, d. 5.8. Ende: Samstag, d. 30.08.

An allen Tagen besteht die Möglichkeit, Bilder zu scannen und zu bearbeiten!




B. Vortragsreihe


Am Eröffnungstag am 5.8.2014 um 14.30 Uhr:


Ulf Fiedler, Heimatkundler und Buchautor, berichtet aus dem Leben der Schriftstellerin und Reformpädagogin, Tami Oelfken.

Christine Bongartz, Lesebotschafterin, liest aus dem Buch „Maddo Clüver von Tami Oelfken.


Der Aufbau der BWK und damit einhergehend das sich verändernde Blumenthal ließ Tami Oelfken nicht los. Einfühlsam beschrieb sie die Menschen aus Blumenthal und „Zuzügler“ aus dem Osten, die in eine für sie unbekannte Welt eintraten, um hier in Blumenthal ihren Lebensunterhalt zu verdienen.


1. Karsten Ellebrecht, Friedensschule Bremen, Do. 7.8. um 19.30 Uhr

Thema: NS-Lager auf der Bahrsplate


Auf der Bahrsplate in Bremen-Blumenthal entstand ab 1942 ein Komplex von Lagern, in denen Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, darunter auch Häftlinge des Konzentrationslagers Neuengamme, als Arbeitskräfte für die Kriegswirtschaft interniert waren. Der Vortrag skizziert die verschiedenen Lagertypen und gibt einen Überblick über die Lebens- und Arbeitsbedingungen, insbesondere der Häftlinge des KZ-Außenlagers.


2. Gerd Meyer, Friedensschule Bremen, Do. 7.8. um 20.15 Uhr

Thema: Bürger gestalten eine Gedenkstätte


Anfang der 80er-Jahre wurde von BürgerInnen in Bremen-Nord (Antifaschistischer Arbeitskreis im G H Bürgerhaus Vegesack / Kirchengemeinde Blumenthal / Ortsamt Blumenthal) das Projekt ***`Rosen für die Opfer`*** für die Gestaltung einer Gedenkstätte auf der Bahrs Plate in Bremen-Blumenthal entwickelt.

Heute erinnern Texttafeln, Skulpturen und Rosenbeete an die Opfer des Faschismus in den Jahren 1933-1945. Gemeinsam mit Teilnehmern aus anderen Ländern, die während des 2. Weltkrieges von Kriegsverbrechen deutscher Besatzungstruppen und von Haft und Tod in NS-Lagern betroffen waren, wurde die Gedenkstätte in den Jahren 1983 bis 2009 schrittweise gestaltet.


*BÜRGER GESTALTEN EINE GEDENKSTAETTE*

war dabei Ziel und konzeptionelle Grundlage des Gestaltungsprozesses

Gerd Meyer vom Projekt `Internationale Friedensschule Bremen` im G.H.
Bürgerhaus Vegesack, berichtet vom Verlauf der einzelnen Projektphasen, von den ersten Planungsgesprächen mit Zeitzeugen 1980 bis zur Einweihung der Skulptur *`Stein der Hoffnung`* Ein Projekt des SZ Alwin-Lonke-Strasse in Kooperation mit der Friedensschule im Jahr 2009.


3. Dr. Marcus Meyer, Denkort Bunker Valentin, Do. 21.8. um 19.30 Uhr

Thema: Johann Seubert und der Bunker Valentin; Bilder der Baustelle
80 Minuten Film und über tausend Fotografien zeigen die Baustelle des Bunkers Valentin. Sie stammen vom Blumenthaler Fotografen Johann Seubert. Was war der Zweck dieser Dokumentation, was zeigen Film und Bilder und vor allem: Was zeigen sie nicht? Dr. Marcus Meyer, wissenschaftlicher Leiter des Denkortes Bunker Valentin, wird in seinem Vortrag anhand einiger Beispiele zeigen, welche Bedeutung die Aufnahmen von Johann Seubert für die Geschichte des Bunkerbaus haben.


4. Prof. Dr. Schminck-Gustavus, Mo. 25.8. 2014 um 18 Uhr

Thema: Hungern für Hitler – Polnische Zwangsarbeiter in Blumenthal 1940 bis 1945


In der Bremer Wollkämmerei haben polnische Wanderarbeiter schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg gearbeitet. Seit der Eroberung und Besetzung Polens durch die deutsche Wehrmacht begann dann aber eine Massendeportation polnischer Arbeitskräfte ins Nazi-Reich. Selbst Jugendliche und Kinder wurden aus ihrer Heimat verschleppt und im Reich als Zwangsarbeiter eingesetzt.

Christoph Schminck-Gustavus, pensionierter Professor für Rechts- und Sozialgeschichte an der Universität Bremen, hat in den 80er Jahren ehemalige polnische Zwangsarbeiter in ihrer Heimat besucht und ihre Erinnerungen aufgezeichnet. In einem Lichtbilder-Vortrag wird er über ihre Schicksale berichten.


5. Dr. Heinz-Gerd Hofschen, Do. 28.8. um 19 Uhr

Thema: Erinnerungskultur – warum und zu welchem Zweck
Am 21. August um 19.30 Uhr hält der Historiker und langjährige Leiter der Abteilung Stadtgeschichte im Focke-Museum Dr. Heinz-Gerd Hofschen einen Vortrag mit dem Titel "Erinnerungskultur - warum und zu welchem Zweck?" Betrachtet man die Vielzahl historischer Ausstellungen und die Fernsehprogramme, die täglich geschichtliche Themen behandeln, wobei die Nazi-Zeit in geradezu unendlicher Form thematisiert wird, fragt man sich, welche Art von Erinnerungskultur dies ist und wozu sie dient. Wir brauchen, so die These, ein aktives Geschichtsbewusstsein, das uns fähig macht, aus den Erfahrungen der Vergangenheit die Zukunft zu gestalten. Wie so etwas aussehen kann, soll an diesem Abend diskutiert werden.


6. Dr. Rolf-Dieter von Bargen, Fr. 29.8. um 19 Uhr

Thema: Vom Runden Tisch 'Geschichtslehrpfad Lagerstr.' zum Denkort Bunker Valentin


Am 29. August um 19:00 Uhr hält der 1. Vorsitzende des "Dokumentations- und Gedenkstätte Geschichtslehrpfad Lagerstr./U-Boot-Bunker Valentin e.V." (kurz: Verein Geschichtslehrpfad Lagerstr.), Dr. Rolf-Dieter v. Bargen, einen Vortrag mit dem Titel "Vom Runden Tisch 'Geschichtslehrpfad Lagerstr.' zum Denkort Bunker Valentin".

Ende der 90er Jahre wurde in Bremen-Farge ein Runder Tisch ins Leben gerufen, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die verschiedenen, in der Erinnerungsarbeit wirkenden Akteure, Institutionen und Verantwortlichen mit dem Ziel zusammenzuführen, die Vision einer Gedenkstätte zu entwickeln. Aus diesem Runden Tisch heraus entstand vor 15 Jahren der Verein Geschichtslehrpfad Lagerstraße, der durch die Einrichtung eines Geschichtslehrpfades, seine Ausstellungen und die enge Kooperation mit politischen Entscheidungsträgern sowie behördlichen Einrichtungen einen wichtigen Beitrag zum Entstehen des Denkortes Bunker Valentin geleistet hat. Der Abend soll dazu dienen, diese Entwicklung anhand der Chronologie der Jahre 1998 bis 2014 zu dokumentieren und damit zu zeigen, wie aus Visionen das große Projekt "Denkort Bunker Valentin" entstehen konnte.


7. Wiltrud Ahlers, Friedensschule Bremen, Do. 14.8. um 19 Uhr und Di. 26.8. um 19 Uhr mit Stadtrundgang

Thema: Stolpersteine in Bremen-Blumenthal


In Blumenthal erinnern 26 kleine Messingtafeln, die in den Gehweg eingelassen wurden an Menschen, die durch die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten ums Leben gekommen sind. Diese " Stolpersteine " sollen dazu auffordern, innezuhalten und sich daran zu erinnern, dass hier Menschen und ganze Familien gelebt haben, die ausgegrenzt, verfolgt, gedemütigt und schließlich grausam ermordet wurden. Sie wurden Opfer des Terrors, weil sie einen anderen Glauben hatten, eine andere Meinung vertraten, einer anderen Rasse angehörten oder behindert waren. Die Aktion Stolpersteine, ein Projekt von Gunther Demnig, ist ein Versuch, den betroffenen Opfern ihre Geschichte zurückzugeben.

Es soll bei den Veranstaltungen an das Leben und Schicksal der Opfer aus Blumenthal erinnert werden. Am zweiten Termin ist ein Rundgang zu den Gedenksteinen geplant.


8. Olaf Rehnisch, Di. 19.8. um 19.30 Uhr

Thema: Bau des Tanklagers in Bremen-Farge: Zweck, Hintergründe und Folgen


Detlef Gorn, 1. Vorsitzender


Die Faszination eines Fotos



Gerade einmal 5,5 X 8,5 cm (!) misst das alte historische sw-Foto von hervorragender Bildqualität, welches der Förderverein von Reiner Niedergesäss, Sohn von Textil-Ing. Hermann Niedergesäss, Techn. Angestellter bei der BWK, von einer ganzen Reihe von Fotos erhalten hat. Dank der Mithilfe von Joachim Pfadt, Sohn von Dipl.-Ing. Julius Pfadt, ebenfalls BWK-Angestellter (s. Foto), konnten einige Namen auf dem Foto identifiziert und zugeordnet werden.


Hier das Foto in Originalgröße (Format 6 X 9):



                                                     Bildausschnitt ca. 10fach vergrößert





Die Bediensteten des Luftgaues XI erhielten als Dank für ihre Inspektion des BWK-Werkluftschutzes von den damaligen BWK-Oberen das Standardwerk des Buchautors, Robert Bargmann, BREMENS WOLLHANDEL, überreicht.


Das Buch befindet sich ebenfalls im Besitz des FV Kämmereimuseum und wird auf der Ausstellung neben den anderen Fotos von Reiner Niedergesäss präsentiert.








Detlef Gorn, 1. Vorsitzender




Die Bremer Woll-Kämmerei während der NS-Zeit

- Zwölf Jahre aus der Sicht der Geschäftsberichte und der Wirtschaftspresse -


Von unserem Mitglied, Dr. Reinhard Landwehr

Unmittelbar nach der Machtergreifung Hitlers, also seiner Ernennung zum Reichskanzler und der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes, wurde auch die BWK nach dem Führerprinzip „neu geordnet“. Dem „Betriebsführer“ unterstanden jetzt die Mitarbeiter als „Gefolgschaft“, er selbst war jedoch an Weisungen eines staatlich bestellten „Treuhänders der Arbeit“ gebunden.

Die NS-Politik wirkte sich jedoch auch in anderen Bereichen aus. Die deutsche Devisenknappheit und die Autarkiepolitik stellten ein Unternehmen wie die BWK, das fast ausschließlich ausländische Rohwolle zu Kammzügen verarbeitete, die zu einem großen Teil exportiert wurden, vor erhebliche Probleme bei der Auslastung seiner Kapazitäten und damit auch bei der Beschäftigung.

Zusätzlich griffen Vorschriften über die Arbeitszeit und die Gewinnverwendung in die Geschäftspolitik ein. Auch mussten entsprechend dem NS-Frauenbild, das kinderreiche Mütter am heimischen Herd vorsah, zahlreiche weibliche Arbeitskräfte entlassen und durch männliche ersetzt werden.

Erst staatliche Vorschriften über die Verwendung von Zellstoff, der bei den Endkunden wenig beliebt war, führten wieder zu einer besseren Auslastung der Kapazitäten.

In Verlaufe des Krieges wurden die fehlenden deutschen Mitarbeiter durch „Fremdarbeiter“ ersetzt. Schließlich musste man sogar anstelle von Zellstoff die Rohwolle von Merinoschafen durch Bastfasern substituieren.

Über den Erfolg dieser Maßnahmen gibt es allerdings keine genaueren Informationen, da sich im Laufe des Krieges die Geschäftsberichte immer stärker von betriebswirtschaftlichen Darstellungen in Schilderungen einer eher sozial-karitativen Einrichtung wandelten, durch die der Zusammenhalt der „Volksgemeinschaft“ und die Verbindung mit den „bei der Wehrmacht stehenden Arbeitskameraden“ herausgestellt wurde.

Trotz aller Belastungen durch die NS-Wirtschaftspolitik und den Krieg konnte die BWK sogar noch in der im März 1945 erstellten Bilanz einen Gewinn ausweisen und die Ausschüttung einer Dividende vorschlagen.

Insgesamt hat die BWK die zwölf Jahre des „Dritten Reiches“ als intaktes Unternehmen überstanden, das auch von Zerstörungen der Werksanlagen durch Kriegseinwirkungen weitgehend verschont geblieben ist.


               Die BWK nach dem Lageplan von 1934 (Quelle: Förderverein)


Anmerkung Detlef Gorn:

Die gesamte Abhandlung von Dr. Landwehr ist 39 (!) Seiten lang. Wie immer hochinteressant und informativ. Wer sie in Ruhe einmal lesen möchte, hier ist der entsprechende Link:



Eine Zeittafel

- Ereignisse, die die Arbeit der BWK zwischen 1933 -1945 geprägt haben -



Von unserem Mitglied, Dr. Reinhard Landwehr

(nationale Rahmenbedingungen sind kursiv gekennzeichnet)


Zeitpunkt
Ereignis
20.07.32 Preußenschlag“, durch den die SPD-geführte preußische Regierung durch einen Reichskommissar ersetzt, der u.a. den Landkreis Blumenthal auflöst und dessen SPD-Landrat absetzt
06.11.32 Letzte freie Wahl vor 1945 in Deutschland
30.01.33 „Machtergreifung“ Hitlers
24.03.33 „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ (Ermächtigungsgesetz)
1933 „Wende zum Besseren“ dank höherer Kammzugpreise, das Beteiligungsunternehmen Wilhelmsburger Wollkämmerei nimmt seinen Betrieb auf
20.01.34 „Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit“
30.01.34 „Gesetz über den Neuaufbau des Reichs“, wodurch die Länder „gleichgeschaltet“ werden
19.07.34
Erlass der „Faserstoffverordnung“
01.10.34
Neue Betriebsordnung der BWK (u.a. Abschaffung des Betriebsrats und der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat)
15.10.34
Feier zum 50. Jahrestag der Kammzugherstellung bei der BWK
04. 12. 34
Anleihestockgesetz, das die Ausschüttung von Dividenden begrenzt
1934
Vorübergehende Reduzierung der Arbeitszeit auf 24 Stunden pro Woche wegen Wollmangels, Beginn der Verarbeitung von „Kunstspinnfasern“
1935
Fast gänzlicher Ausfall der Auslandskundschaft, weiterhin reduzierte Wochenarbeitszeit aus Mangel an Rohwolle wegen fehlender Devisen, kaum Nachfrage nach Zellstoffprodukten
1.- 12. 8. 1936
Olympische Sommerspiele in Berlin, die der Welt das NS-System positiv vorstellten, so u.a durch den Film „Olympia“ von Leni Riefenstahl
09.09.36
Tod des Vorstandsvorsitzenden Richard Jung
1936
Entlassung einer größeren Zahl von Mitarbeiten wegen Arbeitsmangels
1937
Herstellung von zwei Filmen durch Jonny Seubert über einen kompletten Arbeitstag im Unternehmen und einen Betriebsausflug nach Goslar
1937
Deutlicher Anstieg der Zellstoffbearbeitung und Einstellung von 550 neuen Mitarbeitern
11.-12.3.1938 „Anschluss“ Österreichs und am 1. und 2. 10. des des Sudetenlandes
1938
Anstieg der Produktion um ein Drittel und stabile Beschäftigung aufgrund niedriger Rohwollpreise und weiterhin steigender Zellstoffbearbeitung
01.09.39 Deutscher Angriff auf Polen und Beginn des Zweiten Weltkrieges
01.11.39 Anschluss Blumenthals an Bremen durch die „Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs“
1939
Drosselung der Produktion auf behördliche Anordnung, Einrichtung einer Wohlfahrtskasse, Rückgang er Beschäftigung durch „freiwilligen Abgang“
Ab 1939
Nutzung von Teilen der Werksanlagen für die Kriegsproduktion
1940
Erhebliche Produktionseinschränkung (-28%) wegen der schwierigen Rohstoffversorgung
22.06.41
Angriff auf die Sowjetunion
1941
Anstieg der Produktion durch Aufbau einer Bastfaserabteilung
1942
Weitere „planmäßige“ Einschränkung der Produktion
31.1. u. 2.2.1943
Kapitulation der deutschen Truppen in Stalingrad
18.02.43 Sportpalastrede zum „totalen“ Krieg
1943 Produktionsanpassung aufgrund „kriegswirtschaftlicher Anforderungen“
06.06.44 Landung der Alliierten in der Normandie
1944
Steigerung der Produktion durch „planmäßige Umstellungen“
08.05.45
Bedingungslose Kapitulation Deutschlands

Zusammenstellung: Reinhard Landwehr


Anmerkung Detlef Gorn:

Auch diese Tabelle stammt aus dem bereits weiter oben aufgeführten Link.




Ansprache des 1. Vorsitzenden, Detlef Gorn, anlässlich des Empfangs zur Ausstellungseröffnung „Die Bremer Woll-Kämmerei in der Zeit des Nationalsozialismus“



Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Sehr geehrter Herr Präsident Weber!
Liebe Gäste!

Ich heiße Sie alle im Namen meines Fördervereins Kämmereimuseum und meines Teams herzlich willkommen.


Gestatten Sie mir ein paar einleitende Worte zu unserer Ausstellung „Die BWK in der Zeit des Nationalsozialismus“:


Es vergeht fast kein Tag, wo wir nicht etwas über den 1. oder 2. Weltkrieg in den Medien lesen oder uns im Fernsehen anschauen können.
Vor ein paar Tagen – genauer am 20. Juli - überraschte mich ein Artikel im Weser Kurier, in dem stand: „Nach einer jüngst veröffentlichen Umfrage weiß nicht einmal die Hälfte der Deutschen, was am 20. Juli 1944 geschah“.
Wir erinnern uns: Das war der Tag des Attentats auf Adolf Hitler durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg – heute vor etwas über 70 Jahren.
Ich möchte an dieser Stelle einmal unterstellen, dass das Wissen um die NS-Zeit in Bremen-Nord ähnliche oder gar noch geringere Ergebnisse liefern würde, ist doch dieses Thema in den hiesigen Schulen lange Zeit ausgeblendet worden oder wie Dr. Marcus Meyer in einer Radio Bremen Reportage über den Bunker Valentin zu berichten wusste, „der Standort des Bunkers war in den hiesigen Landkarten regelrecht ausradiert – den gab es gar nicht . . .“.

Wer Bremen-Nord und seine Randgebiete mit offenen Augen durchstreift, der stößt an vielen Stellen auf Zeugnisse der NS-Vergangenheit:

- 81 Stolpersteine in Bremen-Nord, 26 (!) davon hier ganz um die Ecke in Bremen-Blumenthal – mitten unter uns – zeugen von den Opfern!

- Gedenkstätte „Rosen für die Opfer“, die an das Leid der Zwangsarbeiter auf der Bahrsplate erinnern.

Mitglieder der Friedensschule Bremen, hier namentlich Wiltrud Ahlers, Gerd Meyer und Karsten Ellebrecht, zeichnen für deren Umsetzung und Erhalt der Erinnerungen.

- Ein gigantisches Monstrum in der Landschaft- weithin sichtbar:
Der Bunker Valentin in Bremen-Farge. Fotos vom Heimatverein Farge-Rekum, hier in der Ausstellung angebracht, verdeutlichen die gewaltige Dimension! Arend Wessels sei hierfür gedankt. Ein Mahnmal gegen das Vergessen; heute von Dr. Marcus Meyer von der Landeszentrale für politische Bildung zu einem Denkort ausgebaut.

- Der Wifo-Wald, wie er allgemein von der hiesigen Bevölkerung Bremen-Nords und „umzu“ genannt wird. Der Standort eines der größten Tanklager weltweit.
Fast im Verborgenen, in der NS-Zeit unsichtbar für die Bevölkerung. Mit dem Bau wurde bereits 1935 (!) begonnen; die Planungsarbeiten begannen vermutlich 1933. Der Anlass hierfür ist bekannt.

Das Tanklager ist heute wieder ganz stark in den Fokus der Nordbremer Bevölkerung gerückt. Eine Bürgerinitiative um Heidrun Pörtner betreibt mit ihren Recherchen und Erkenntnissen zielstrebig Öffentlichkeitsarbeit – und das nicht immer zum Wohlwollen der verantwortlichen hiesigen Institutionen und Politiker.

Unzählige Baracken und Bunker säumten das Gelände in der NS-Zeit, welches eng an die hiesigen Wohngebiete angrenzte. Zwei Baracken, die die Zeit überdauert hatten, sind heute bekannte Gedenkstätten und erinnern uns an das unmenschliche Leid der hier Zwangsverschleppten und Inhaftierten: Baracke Wilhelmine und Baracke 27.

Harald Grote und Dr. Rolf-Dieter von Bargen zeichnen für diese Erinnerungsstätten heute verantwortlich.

Bei der Sichtung unseres umfangreichen Bild- und Filmmaterials wurde uns sehr schnell bewusst: Hier haben wir etwas ganz Einmaliges, etwas ganz historisch Wertvolles in Blumenthal:

Ein Industrieunternehmen von Weltrang dokumentierte sich in der NS-Zeit quasi selbst!

Die Aussage, „da hat Leni Riefenstahl Pate gestanden“, stammt nicht von uns, sondern von Fachleuten von Radio Bremen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der damalige junge Kreisfilmberichterstatter der NSDAP, Jonny Seubert, der den Bunkerbau in Farge 1944 filmisch dokumentiert hat, auch das größte Industrieunternehmen seiner Heimatstadt Blumenthal, die Bremer Woll-Kämmerei, in bewegten sw-Bildern festgehalten hatte.

Unser Förderverein hat den über einstündigen Film von 1937 mit heutigen Bildaufnahmen zwecks besserer Orientierung ergänzt und mit Zeitzeugenaussagen hinterlegt.

Aus unserem umfangreichen Fundus haben wir für unsere Ausstellung über 150 Fotos ausgewählt und diese nach 5 Themenschwerpunkte geordnet. Sie zeigen und machen deutlich, wie ein riesiges Industrieunternehmen von der NS-Ideologie vereinnahmt und missbraucht wurde.

Die hier erstmalig einer breiten Öffentlichkeit gezeigten historischen Bilder sind, bis auf wenige Ausnahmen, selbstsprechend und bedürfen keiner weiteren Erläuterung.

Wir wollen mit den Bildern der heutigen und der zukünftigen Generation zeigen, was in Bremen-Nord passiert ist.

Wir wollen aber auch die Ausstellungszeit aktiv dazu nutzen, um die letzten noch lebenden Zeitzeugen in Bremen-Nord dazu zu bewegen, dass sie uns ihre Erinnerungen an ihre NSZeit mitteilen – auch wenn sie für den einen oder anderen noch so belanglos erscheinen mögen.

Andrea Hecht, Leiterin der Seniorenbegegnungsstätte der Martin-Luther-Gemeinde Blumenthal, war in dieser Hinsicht schon sehr aktiv und hat gleich ein paar für uns interessante Zeitzeugen mit hierher in die Ausstellung mitgenommen.

In dem eingangs bereits erwähnten Bericht des Weser Kuriers wurde auch ausgeführt: „Angesichts der verbreiteten Unkenntnis über die NS-Zeit sind nach Einschätzung von Fachleuten neue Wege bei der Vermittlung historischen Wissens erforderlich“.

Welche Wege das sein könnten, das erhoffen wir uns auch von den Ergebnissen der Vorträge und Diskussionen, die unsere Ausstellung ergänzen.
Wir haben daher bekannte Persönlichkeiten nach Blumenthal eingeladen.
Stellvertretend für alle anderen möchte ich hier nur erwähnen:
Den Historiker Dr. Gerd Hofschen , langjähriger Leiter der Abteilung Stadtgeschichte im Focke-Museum.

Dr. Hofschen wird uns mit seinem Vortrag: „Erinnerungskultur – warum und zu welchem Zweck“ sicherlich interessante Wege und Möglichkeiten aufzeigen.
Ferner den pensionierten Professor für Rechts- u. Sozialgeschichte an der Universität Bremen, Prof. Christoph Schminck-Gustavus. Prof. Schminck-Gustavus hat in den 80er Jahren ehemalige polnische Zwangsarbeiter in ihrer Heimat besucht, ihre Erinnerungen aufgezeichnet und diese in seinem bekannten Buch „Hungern für Hitler – Polnische Zwangsarbeiter in Blumenthal 1940 bis 1945“ verarbeitet. Hierüber wird uns Prof. Schminck-Gustavus in einem Vortrag berichten.

Zwei auf den ersten Blick unterschiedliche Ansätze.

Was kann es also Passenderes geben, als eine Vortragsreihe hier in den Räumen der ehemaligen Bücherei in Blumenthal. Und darauf bin ich persönlich ganz besonders stolz: In Räumen, in denen von Anfang an ein kritischer Zeitgeist und Dialog geherrscht hat und sich Persönlichkeiten von Welt gegenseitig die Türklinke in die Hand gegeben haben: Manfred Hausmann, Judy Winter, Carlo Schmid, Alma Rogge, Marion Gräfin Dönhoff, um nur einige von ihnen zu nennen.

Eine Kostprobe dessen, was ich meine, ist heute bereits ein hochinteressanter
Programmpunkt: Unser Blumenthaler Heimatkundler, Schriftsteller, Buchautor, Theaterdarsteller . . . Ulf Fiedler wird uns gleich über das Leben und Wirken der Blumenthaler Reformpädagogin Tami Oelfken berichten. Ihr Geburtshaus steht gleich links neben dem Blumenthaler Rathaus.

Der Aufbau der BWK und damit einhergehend das sich verändernde Blumenthal ließ Tami Oelfken zeitlebens nicht los. Einfühlsam beschrieb sie die Menschen aus Blumenthal und „Zuzügler“ aus dem Osten, die in eine für sie unbekannte Welt eintraten, um hier in Blumenthal ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Es war für mich nicht ganz einfach, jemanden zu finden, die die Empfindungen einer Tami Oelfken so wundervoll und einfühlsam vermitteln kann, wie Christine Bongartz, eine „Lesebotschafterin“ mit Herz.

Christine Bongartz wird an dem Vortrag von Ulf Fiedler anschließen und uns heute aus dem Buch „Maddo Clüver von Tami Oelfken vorlesen.

Das wir heute bis Ende des Monats in diesen Räumen Gäste sein dürfen, verdanken wir den beiden hier tätigen Künstlern Ulla Deetz und Peter F. Krüger, die uns ihre Räumlichkeiten in ihrer Urlaubszeit gerne für diesen Zweck zur Verfügung gestellt haben.

Herzlichen Dank ihnen beide hierfür!

Ein Dankeschön auch an den Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft, Herrn Christian Weber, der unserer Bitte gefolgt ist, ein paar Grußworte an unsere Gäste zu richten. Das war nicht selbstverständlich.

Ebenso ein herzliches Dankeschön an mein Fördervereins-Team, ohne deren tatkräftige Unterstützung dies hier alles nicht möglich gewesen wäre.


Ich möchte nun das Wort an unseren Stadtteilmanager, Peter Nowack, übergeben, der auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Blumenthaler Bürgerstiftung dafür gesorgt hat, dass wir das alles hier auf die Beine stellen und bezahlen konnten. Auch das war nicht selbstverständlich!

Dankeschön Peter Nowack!

Herzlichen Dank für ihre Aufmerksamkeit!





Medienecho





BWK: Veranstal-tung zur NS-Zeit



Infos zu den Vorträgen und zur Ausstellung "Die BWK in der Zeit des Nationalsozialismus“



              Eröffnung der Veranstaltung (Quelle: Förderverein Kämmereimuseum)


Aus Anlass der BWK-Ausstellung "Die Bremer Woll-Kämmerei in der Zeit des Nationalsozialismus" sind hier einige Links zu Blog-Beiträgen mit dieser Thematik zusammengestellt:



Der Präsident der Bürgerschaft und Herr Gorn (Quelle: Förderverein Kämmereimuseum)


Veranstaltungsprogramm "Die BWK in der Zeit des Nationalsozialismus



- Sonderheft  der "Einblicke" des Fördervereins zur Veranstaltung (folgt demnächst)




- Artikel "Die Bremer Woll-Kämmerei während der NS-Zeit. Zwölf Jahre aus der Sicht der Geschäftsberichte und der Wirtschaftspresse"



Dieselben und Ulf Fiedler (Quelle: Förderverein Kämmereimuseum)




Über den Förderverein Kämmereimuseum informieren die bisherigen Ausgaben der "Einblicke"







sowie der Blog-Artikel


„Dem Werk ein Denkmal setzen!“ Die ersten Jahre des Fördervereins Kämmereimuseum Blumenthal e. V.



Mitglieder der Fördervereins im Gespräch mit Rainer Kahrs von "buten un binnen" (Quelle:       Förderverein Kämmereimuseum)


Einige Vorüberlegen zu einem BWK-Museum werden in zwei Blogartikeln vorgestellt:



Die BWK und die Geschichte der Wollindustrie: real und museal

Vorüberlegungen zu einem virtuellen BWK-Museum: Ein digitaler Lernort mit sozialer Bodenhaftung




                            Blick auf die Zuhörer (Quelle: Förderverein Kämmereimuseum)


Zusätzlich kann man sich an die Geschichte der Bremer Woll-Kämmerei und das Schicksal des ehemaligen Werksgeländes u. a. in einigen weiteren Blog-Beiträgen zurückerinnern.



Die Bremer Woll-Kämmerei (BWK). Gründung, Aufstieg und Siechtum eines weltumspannenden Wollkonzerns


Vorbilder für die Nutzung des BWK-Geländes? Freie Flächen in Innenstadtnähe: Die städtebauliche Nutzung ehemaliger Kämmerei- und Textilareale